19. September 2019

Redensarten rund um das Auge

Redensarten rund um das Auge (und auch um den Augapfel, der ja Teil des Auges ist) und was sie bedeuten.

Auge“Jemandes Augapfel sein”: ihm sehr lieb und teuer und unentbehrlich wie sein Auge sein.
“Einen wie seinen Augapfel hüten” – ganz vorsichtig und umsichtig mit jemandem umgehen.
“Ein Auge zudrücken” – nachsichtig sein, nicht so genau drauf achten.
“Beide Augen zudrücken” – etwas absichtlich übersehen.
“Seinen Augen vor etwas verschließen” – etwas nicht wahrhaben wollen.
“Vier Augen sehen mehr als zwei” – Gegensatz zu vorher und besonders auf Details achten.
“Die Augen schließen” – Umschreibung für Sterben.
“Es fällt ihm wie Schuppen von den Augen” – jetzt begreift er es endlich.
“Die Augen gehen einem auf” – jetzt versteht er die Zusammenhänge, jemand durchschaut, versteht plötzlich etwas.
“Jemandem die Augen öffnen” – ihm die (bittere) Wahrheit zu verstehen geben.
“Ein Auge auf etwas haben” – etwas überwachen, beaufsichtigen.
“Etwas springt ins Auge” – ist offensichtlich, nicht zu übersehen.
“Etwas im Auge behalten” – etwas kontrollieren, beaufsichtigen.
“Etwas ins Auge fassen” – etwas planen bzw. sich etwas vornehmen.
“Etwas im Auge haben” – ein bestimmtes Ziel verfolgen.
“Jemanden aus den Augen verlieren” – jemand in Vergessenheit geraten lassen.
“Jemanden nicht aus den Augen lassen” – jemand genau beobachten, verfolgen.
“Ein Auge auf etwas werfen” – etwa kontrollieren, etwas begehren.
“Ein Auge riskieren” – heimlich, neugierig eine verbotene Sache beobachten.
“Einem gehen die Augen über” – etwas unglaubliches sehen, verwundert, erstaunt, fasziniert, überwältigt sein.
“Da bleibt kein Auge trocken” – alle sind gerührt.
“Mit einem lachenden und einem weinenden Auge” – etwas hat Vor- und Nachteile (Shakespearezitat aus Hamlet).
“Mit offenen Augen schlafen”: unaufmerksam sein.
»Mit offenen Augen durch die Welt gehen« – die Dinge sehen, wie sie sind; aufmerksam sein.
“”Sehenden Auges” – nicht reagieren, obwohl man es eigentlich erkennen müsste. So kann man sehenden Auges in sein Unglück rennen. Man sieht das Unglück und rennt trotzdem weiter.
“Den eigenen Augen nicht trauen”
“Er hat Knöpfe vor den Augen”: eine Sache suchen und nicht merken, dass sie vor einem liegt (ich kenne auch Tomaten auf den Augen haben).
“Die Augen schonen”: ein wenig schlummern – oder Augenpflege betreiben, ebenfalls für ein Nickerchen machen.
“Ganz Auge sein”: genauestens beobachten.
“Große Augen machen”: staunen.
“Augen wie ein Luchs”: besonders gut sehen können.
“Sand in die Augen streuen” – jemanden täuschen.
“Mit einem blauen Auge davonkommen” – mit geringem Schaden einer großen Gefahr entgehen. Oder eine geringere Bestrafung erhalten.
“Das hätte ins Auge gehen können” – hätte eine schlimme Wendung nehmen können.
“Das paßt wie die Faust aufs Auge” – passt gar nicht. Ironisch gemeint.
“Einem ein Dorn im Auge sein”: jemandem unerträglich, verhasst sein.
“Einem schöne Augen machen”: kokettieren. Flirten.
“Um ihrer schönen Augen willen” – unberechtigte Zugeständnisse machen.
“Unter vier Augen”: ohne weitere Zeugen.
“Gnade vor jemandes Augen finden”: akzeptiert werden.
“Jemand etwas an den Augen ablesen”: die wahre Absicht erkennen.
“Etwas ist nur Augenwischerei”: reiner Betrug.

Das Auge isst mit. –  Das Essen muss nicht nur gut schmecken, sondern auch gut aussehen. Sprichwort.

Das Auge des Gesetzes.

Ganz Auge und Ohr sein. – Genau aufpassen.

 

Siehe auch Zitate rund ums Auge.

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